„mittendrin“

„mittendrin“, das neue Evangelische Gemeindezentrum Klafeld, ist fertig! Mit einem Festgottesdienst in der Talkirche wurde es am 20. September 2015 in Dienst genommen. Die Freude war den Verantwortlichen und allen anderen Gemeindegliedern deutlich anzumerken, hatte man doch schwere Jahre und einen steinigen Weg hinter sich. „Wir haben jetzt ein neues Haus“, stellte Pfarrer Dr. Martin Klein als Vorsitzender des Presbyteriums in seiner Predigt fest.

Der Name des neuen Gemeindezentrums soll Programm sein. „mittendrin“ heißt es und steht es. Es soll zu einem Treffpunkt werden, der allen offen steht und über die Grenzen der Gemeinde hinaus Zuspruch findet: mitten in Geisweid, mitten in der Gemeinde, mitten bei den Menschen, mitten im Leben.

Aktuelle Bilder des Baufortschitts finden Sie hier.

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Der Bau des neuen Gemeindezentrums war und ist für die Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ein wegweisendes Projekt. Es bietet langfristig die Möglichkeit, an zentraler Stelle die kirchengemeindlichen Aktivitäten zu sichern. Vorangegangen waren dem Bauprojekt der von vielen als schmerzlich empfundene Verkauf des Lutherhauses sowie die Schließungen der Kirchen in Birlenbach, Setzen und Sohlbach, die aus finanziellen Gründen und aufgrund der notwendig gewordenen Haushaltssicherung unvermeidbar waren. Mit der Realisierung von „mittendrin“ wurde das den von den Gebäudeschließungen betroffenen Gemeindegliedern am 30. September 2007 vom Presbyterium gegebene Versprechen eingelöst, einen voll funktionstüchtigen Ersatz für die geschlossenen Häuser zu schaffen.

Den Auftakt, um das bestehende Gebäudeensemble aus Talkirche, ehemaligem Pfarrhaus und Kindergarten kostengünstig zu einem zukunftsfähigen Gemeindezentrum zu erweitern, bildete der vom Land NRW geförderte Ausbau der Kindertagesstätte, der im Herbst 2013 abgeschlossen werden konnte. In einem nächsten Schritt wurden dann das Untergeschoss und ein Verbindungsbau in Angriff genommen. Es entstanden ein Foyer (117,3 qm) und zwei Gruppenräume mit 57,9 qm und 56,4 qm sowie eine Küche, Sanitäranlagen, Flure mit Garderoben und Nebenräume. Die beiden Gruppenräume und das Foyer lassen sich dabei schnell und problemlos zu einem großen Saal umfunktionieren.

 

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Besonders gelungen ist die Anbindung an das Alte Pfarrhaus, dessen Eingangsbereich mit der Bruchsteineinfassung im Inneren des hellen und lichtdurchfluteten Gemeindesaales liegt. Durch große Glaswände fällt der Blick auf der einen Seite auf die Bruchsteinfassade der Talkirche, auf der anderen Seite wird der Blick auf die wunderschöne Terrasse freigegeben. Die Zugänge wurden für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen ebenerdig angelegt.

 

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Entstanden ist damit an zentraler Stelle ein gemeinsames Dach, unter dem sich die ganze Gemeinde treffen kann und das Raum zur Begegnung ermöglicht. Das Gemeindezentrum „mittendrin“ bietet außerdem einen idealen Rahmen für bewährte, aber auch neue Angebote: Anschlussveranstaltungen an besondere Gottesdienste wie z.B. den Weltgebetstag oder den Tag der Schöpfung, Chorproben, Treffpunkte für Seniorinnen und Senioren, Vorträge, Gesprächskreise, Ausstellungen, Kleinkunst und Kammermusik. Auch Nachfeiern von Beerdigungen sind wieder in gemeindeeigenen Räumen in Friedhofsnähe durchführbar. Des Weiteren kann das Gemeindezentrum im Rahmen des Möglichen für Veranstaltungen örtlicher Vereine sowie für private Feiern vermietet werden.

Als besonderes Angebot gibt es ab 19. November 2015 einen Mittagstisch für Bedürftige: In Geisweid leben relativ viele ältere Menschen mit kleiner Rente, und ebenfalls wohnen hier relativ viele Arbeitslose, deren finanzielle Lebenssituation sich durch den Strukturwandel der ortsansässigen Stahlindustrie nachteilig geändert hat. Das Gemeindezentrum „mittendrin“ soll daher für alle Menschen in Geisweid und Umgebung ein sozialer Mittelpunkt werden, wo sie Gemeinschaft erleben, aber auch praktische Hilfe und Unterstützung finden können. Ergänzend hat sich das Familienzentrum bereits als Anlaufstelle für Menschen mit Schulungs- und Beratungsbedarf etabliert und bietet Deutsch-Sprachkurse, Angebote zu Erziehungsfragen und monatliche Sprechstunden der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises Siegen an. Grundlage aller gemeindlichen Aktivitäten ist die menschenfreundliche Botschaft des Evangeliums.

Die Einweihung der neuen Räumlichkeiten erfolgte – wie schon erwähnt – am 20 September. Nach dem Gottesdienst hatte das Presbyterium zum Empfang geladen, der von Pfarrerin Almuth Schwichow moderiert wurde. Pfarrer Karl-Hans Köhle überbrachte herzliche Grüße der beiden katholischen Nachbargemeinden St. Joseph und St. Marien. Superintendent Peter-Thomas Stuberg und Pastor Werner Jung von der Freien evangelischen Gemeinde in Geisweid mussten wegen Verhinderung schriftlich grüßen. Für die Stadt Siegen gratulierte der stellvertretende Bürgermeister Jens Kamieth (MdL) unserer Kirchengemeinde zu dem großzügig angelegten Neubau. Seit kurzem haben die Ev. Kirchengemeinden Klafeld und Weidenau einen Kooperationsvertrag abgeschlossen; sie arbeiten künftig als Region im Kirchenkreis enger zusammen. Die Finanzkirchmeisterin der Nachbargemeinde, Dr. Doris Mannel, überbrachte herzliche Glück- und Segenswünsche aus Weidenau. Für die Arbeitsgemeinschaft der Vereine Klafeld – Geisweid – Dillnhütten sprach deren Vorsitzender Ralf Schneider, er wünschte sich, dass das neue Gemeindezentrum mitten in Klafeld Menschen integriere.

Stellvertretend für alle Mitwirkenden bedankte sich Pfrn. Almuth Schwichow im Namen der Kirchengemeinde bei vier Personen, zunächst dem Bauleiter Ulrich Hoefer, bei dem die gesamte Planung und auch die Durchführung aller Arbeiten immer in guten Händen lagen, so dass am Ende trotz mancher Unwägbarkeiten alles pünktlich fertig war. Besonders gedankt wurde auch Finanzkirchmeister Hartmut Heinbach, der mit viel Geschick und Hartnäckigkeit und großen Opfern an Zeit und Nerven die Finanzierung des Neubaus möglich gemacht hat. Dank erfuhr zudem Presbyter Peter-Christian Rose, der immer mit vollem Einsatz dabei war, wenn es Spendenaktionen zu organisieren galt, und der auch viel dazu beigetragen hat, das Bauprojekt öffentlich bekannt zu machen. Gedankt wurde schließlich Klaus Mackenbach, der den neuen Räumlichkeiten die Veranstaltungstechnik angepasst hat.

Nach der Schlüsselübergabe konnten sich die zahlreich erschienenen Gottesdienstbesucher von den Nutzungsmöglichkeiten und der Großzügigkeit der hellen und freundlichen Räumlichkeiten und den sehr schön angelegten Außenanlagen überzeugen. Die Urteile fielen dabei überaus positiv, ja überschwänglich, aus. Der Empfang und der Gottesdienst zuvor wurden gekonnt musikalisch gestaltet vom Chor „Wegweiser“ unter der Leitung von Jochen Schnutz sowie von Almut Pieck (Querflöte) und Kantorin Andrea Stötzel (Orgel und Klavier). Auch für das leibliche Wohl der Gäste hatte man von Seiten des Presbyteriums bestens gesorgt.

Architekt U. Hoefer übergibt den Schlüssel an Kirchmeister H. Heinbach und Pfr. Dr. M. Klein
Bauleiter U. Hoefer übergibt den Schlüssel an Kirchmeister H. Heinbach und Pfr. Dr. M. Klein

Nach der Eröffnung bestand das neue Gemeindezentrum „mittendrin“ sogleich seine ersten Bewährungs- und Belastungsproben. So fanden am 30. September und am 1. Oktober die beiden Herbstfeste für die „Generation 70+“ mit insgesamt 250 Seniorinnen und Senioren statt. Drei Tage später wurden die Besucher des Gottesdienstes zur Bewahrung der Schöpfung zur Mittagszeit mit einem leckeren Imbiss bewirtet. Und dann, am 18. Oktober, verwandelten sich die neuen Räumlichkeiten quasi in ein Museum: Über dreißig Bilder des Künstlers Eberhard Münch aus Wiesbaden wurden nach dem Eröffnungsgottesdienst und der Vernissage in der Talkirche in Anwesenheit des Malers und seiner Ehefrau Maria Acconci-Münch von weit über 200 Besucherinnen und Besuchern angeschaut und bestaunt. Die Ausstellung „Horizonte entdecken – Da berühren sich Himmel und Erde“ war bis zur Finissage am 15. November geöffnet und wurde von einem umfangreichen und hoch interessanten Programm mit Vorträgen, einer Podiumsdiskussion, einem Konzert und weiteren Veranstaltungen umrahmt.

Zum Schluss einige Angaben zu den Kosten des neuen Gemeindezentrums: Insgesamt belaufen sie sich auf 1,2 Mill. Euro. Davon sind 240.000 € als Spenden eingeplant, von denen derzeit (Stand: Juli 2016) nur noch 40.000 € fehlen. Jede weitere Spende zählt und hilft! Wir bitten Sie um Ihr Entgegenkommen und Ihre Unterstützung. Hier unser Spendenkonto bei der Sparkasse Siegen: Ev. Gemeindezentrum „mittendrin“ – IBAN: DE24 4605 0001 0030 0756 83 – BIC: WELADED1SIE. Den Spendenstand aktualisieren wir regelmäßig und veröffentlichen ihn an dieser Stelle.

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